Das gibt es auch nicht alle Tage. Ohne einen Punkt des oberen Paarkreuzes gewann der TTC Weinheim das Topspiel der 2. Tischtennis-Bundesliga gegen den ESV Weil mit 6:4 und darf wieder von der Meisterschaft und dem (sportlichen) Aufstieg in die 1. Bundesliga träumen. Es waren die Doppel und das starke untere Paarkreuz mit Jennie Wolf und der Inderin Mallika Bhandarkar, die Weinheim den Sieg brachten.

190 Zuschauer sahen eine hochklassige, fast vierstündige Partie der bis dahin ungeschlagenen Topteams der Liga. Für die Doppel hatten sich der erste Vorsitzende Christian Säger und Trainerin Shen Zhujun aus taktischen Gründen für den Einsatz von Iryna Motsyk an der Seite von Daria Trigolos entschieden. Das zahlte sich aus. Das weißrussisch-ukrainische Duo schlug Vivien Scholz/Elina Loyen 3:2. Überraschend deutlich war der Erfolg von Luisa Säger/Jennie Wolf gegen die Topspielerinnen Ievgeniia Vasylieva/Polina Trifonova. 12:10, 11:5 und 11:8 hieß es für das in der Jugend schon international bewährte Doppel.

Dass Weil ein fast übermächtiges oberes Paarkreuz hat, war bekannt. Dass es aber für den TTC gleich ein 0:4 geben würde, minimalisierte die Siegchancen beträchtlich, schließlich konnte im unteren Paarkreuz nicht einfach ein 4:0 erwartet werden. Trigolos und Trifonova lieferten sich ein erbittertes Duell, mit dem besseren Ende für die Bulgarin (14:12, 6:11, 12:10, 5:11, 9:11). Luisa Säger war zwar gegen Vasylieva in den Sätzen dicht dran, letztlich aber chancenlos (0:3). Jennie Wolf ließ gegen Loyen nichts anbrennen (3:0), Bhandarkar brachte Scholz mit 3:2 (11:6) die erste Saisonniederlage bei. Die völlig unkonventionelle Spielweise der Inderin ließ die Weilerin verzweifeln. Im Spitzeneinzel blieb Trigolos gegen Vasylieva  ohne Satzgewinn, Säger holte gegen Trifonova den ersten Satz mit 11:6, machte dann aber in den folgenden Durchgängen zu viele Fehler und verlor 1:3. So war der Druck bei Wolf und Bhandarkar. Mit Wolfs 9:11, 11:4, 11:9, 11:9 gegen Scholz war das Remis schon mal gesichert, doch Bhandarkar ließ die Weinheimer Zuschauer jubeln. Sie fertigte Loyen mit 11:3, 11:1, 11:7 ab.

Der Meister hat damit die größte sportliche Hürde gemeistert. Einen sportpolitischen Rückschlag gab es jedoch beim Bundestag des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in Frankfurt. Der Antrag der baden-württembergischen Verbände, Parallelspiele von Frauen und Männern auch in der 1. Bundesliga zu gestatten, wurde abgelehnt.

Punkte TTC: Säger/Wolf, Trigolos/Motsyk, Wolf (2), Bhandarkar (2).

Michael Rappe

Foto (A. Schimkat): Trainerin Shen Zhujun stellte das Doppel Daria Trigols/Iryna Motsyk blendend ein.

   

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